Donnerstag, 20. März 2014

... Augen öffnen

Sorry für das viele Blabla hier auf dem Blog in der letzten Zeit, aber ich bin in nachdenklicher Stimmung, und besonders dieses Interview mit meinem Lieblingautor George RR Martin hat den Ausschlag gegeben für diesen Blogpost. Nicht das ganze Interview, aber der Teil, in dem er beschreibt, wie es dazu kam, dass er mit dem Schreiben von "Song of ice and fire" begann. Ich zitiere:

In 1977 a friend of mine, a brilliant writer, he was like ten years older than me, his name was Tom Reamy, he had won a John Campbell Award for best new writer in his field. He was a little older, he was in his forties, so he’d started writing older than other people, but he’d been a science fiction fan for a long time. Lived in Kansas City. Tom died of a heart attack just a few months after winning the award for best new writer in his field. He was found slumped over his typewriter, seven pages into a new story. Instant. Boom. Killed him. We weren’t super close. I knew him from conventions and I’d admired his writing. But Tom’s death had a profound effect on me, because I was in my early thirties then. I’d been thinking, as I taught, well, I have all these stories that I want to write, all these novels I want to write, and I have all the time in the world to write them, ‘cause I’m a young guy, and then Tom’s death happened, and I said, Boy. Maybe I don’t have all the time in the world. Maybe I’ll die tomorrow. Maybe I’ll die ten years from now. [...]
After Tom’s death, I said, “You know, I gotta try this. I don’t know if I can make a living as a full-time writer or not, but who knows how much time I have left? I don’t want to die ten years from now or twenty years from now and say I never told the stories I wanted to tell because I always thought I could do it next week or next year. Maybe I’ll starve to death but then I’ll go back and get another job, if it doesn’t work out.” (Zitat Ende)

Ich stehe an einem ähnlichen Punkt in meinem Leben. Zwar ist niemand gestorben, aber es gibt verdammt viele Umwälzungen, und ich muss sehr vieles neu ordnen.

Ist es nicht so, dass wir nur das eine Leben haben? Und warum sollten wir uns dann quälen? Sollten wir uns nicht eigentlich freuen darüber, dass wir am Leben sind, mit allen Höhen und Tiefen, die es mit sich bringt? Ich spreche jetzt nicht von Leuten, die unheilbar krank sind oder in tiefster Armut leben oder so, sondern von den Durchschnittsmenschen, die sich immer nur beschweren, obwohl sie eigentlich keinen oder nur wenig Grund dazu haben, oder die sich selber Steine in den Weg legen, obwohl es doch eigentlich so einfach wäre.

Denn wenn man mal wirklich überlegt: wie oft tun wir etwas, weil es uns einfach nur Freude macht? Selten, oder? Und wie oft tun wir etwas mit einem Hintergedanken, dass es uns vielleicht einmal Vorteile verschafft, obwohl wir absolut keinen Spass an der Sache haben? Oder wie oft reagieren wir in einer Art und Weise, um andere nicht zu verletzen, aber wir selber gehen dabei vor die Hunde?

Dabei nehme ich mich selber absolut nicht aus. Ich muss mich aktuell von dem Gedanken verabschieden, in allem die tollste und perfekte Frau sein zu wollen. Bin ich nicht. Kann ich nicht sein. Will ich auch eigentlich nicht sein. Denn letztendlich muss ich mich für mein Leben und meine Entscheidungen nur vor mir selbst rechtfertigen, vor niemand anderem sonst. Und später kann ich zurückblicken und sagen: Wenigstens habe ich es versucht!

Ab sofort will ich jeden Geburtstag feiern, denn es könnte mein letzter sein. Ab sofort will ich nicht mehr darüber nachdenken, was andere über mich denken, sondern das mit meinem Leben machen, was ich für richtig halte (und dabei natürlich immer versuchen, höflich zu bleiben hehe). Ab sofort will ich mich mehr trauen, denn was kann in meiner Welt schon Schlimmes passieren?

Einen Anfang habe ich schon gemacht und mich Anfang der Woche von Dingen und Personen verabschiedet, die mich gestresst und die mir keinen Spass gemacht haben. Ich will nicht die Welt verändern, aber ich will meine Welt ein Stückchen besser machen. Denn wenn ich schonmal hier bin, will ich auch das Beste daraus machen. GRRM hat es geschafft, wieso also nicht ich? :)



Kommentare:

  1. Ich finde, dass Du eine sehr starke Frau bist und Deinen Weg finden wirst. Die Gene dazu hast Du: von Omi und auch von mir. Ich fühle mit Dir und wünsche Dir, dass alles gut kommt. Du hast mir wieder einmal gezeigt, dass Du so recht hast... Bin soooo stolz auf Dich. Also wenn es GRRM geschafft hat, schaffst Du das auch 😍 und wir werden noch viele Geburtstage feiern,

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  2. Danke, liebe Mama! Und ich freu mich auf die nächsten Geburtstage! 😊

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